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4.11.1944. Bochum. Samstagabend. Die Sirenen heulen auf. Der Luftalarm ertönt. Im 6. Kriegsjahr ereignet sich der schlimmste Bombenhagel auf Bochum. Der Zweite Weltkrieg erwischt die Stadt mit grenzenloser Wucht. Zehntausende von Bomben fallen auf Bochum nieder. Über tausend Menschen sterben.


An diesem Samstag vor 73 Jahren scherte es niemanden, ob die Spiele der Bundesligen samstags um 15:30 oder 11:30 angepfiffen werden. Wenn auf den Straßen Bochums vom Existenzkampf die Rede war, waren nicht Relegationsspiele, die über Auf- und Abstiege entscheiden, gemeint. Existenzkampf bedeute, sich rechtzeitig in die Bunker zu begeben, dem Bombenhagel zu entfliehen.

Fußballfans bundesweit proklamieren derzeit als Protestaktion den „Krieg dem DFB“. Bei aller Kritik seitens der Fans an die Fußballverbände, ob nun berechtigt oder unberechtigt, ist die Wahl des Wortes „Krieg“ in diesem Kontext unglücklich. Auch in den Medien kursieren oft Schlagzeilen a la „Krieg im Stadion“, wenn es zu Ausschreitungen oder der Verwendung pyrotechnischer Gegenstände kommt.

Was Krieg bedeutet, wie das alltägliche Leben zu Zeiten des Zweiten Weltkrieges in Bochum aussah, thematisiert diese Veranstaltung des Fanprojekt Bochum, des VfL Bochum 1848 und des Bochumer Zentrum für Stadtgeschichte. Dazu wird der Film „Bomben auf Bochum“ vorgeführt. Im Anschluss an ein Podiumsgespräch mit der Zeitzeugin Christa Rublin, die am 4.11.1944 7 Jahre alt war, der Leiterin des Stadtarchivs Dr. Ingrid Wölk und dem Historiker Dr. Ralf Blank sowie VfL-Stadionsprecher Ansgar Borgmann folgt ein gemeinsamer Gang zum Friedhof Freigrafendamm, um dort den Opfern des Krieges zu gedenken.