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Vom 06.-08. Oktober 2009 fand in Cottbus organisiert von der Bundesarbeitsgemeinschaft der Fanprojekte in Kooperation mit dem Fanprojekt Cottbus die Bundeskonferenz der Fanprojekte statt. Bei der Auftaktveranstaltung betonten die Vertreter des Landes Brandenburg, der Stadt Cottbus und des FC Energie im Stadthaus die herausragende Bedeutung der sozialpädagogischen Arbeit mit Fußballfans durch das örtliche Fanprojek

Bei der Podiumsdiskussion betonten die o. g. Zuwendungsgeber, dass eine gute und qualifizierte sozialpädagogische Fanarbeit nur durch langfristige Absicherung und ausreichende Ressourcen erfolgreich sein kann.

 

Im Rahmen der durchgeführten Arbeitsgruppen wurden so wichtige Themen wie eine erste Zwischenbilanz in der Umsetzung der neuen Stadionverbotsrichtlinien von 2008, das nach wie vor schwierige Verhältnis zwischen Polizei, Sozialarbeit und Fußballfans und das in der aktuellen sozialpädagogischen Fanarbeit an Aufmerksamkeit gewinnende Thema Sexismus im Stadion und in der Fanarbeit diskutiert. In einem weiteren Workshop wurde erstmals das selbstreflektierende Thema der Auswirkungen der Arbeit auf  die berufliche Biographie langjähriger MitarbeiterInnen behandelt.

Aus den intensiven und anregenden Gesprächen gingen u. a folgende Forderungen hervor.
Die Fanprojekte fordern eine verantwortungsbewusstere Umsetzung der neuen Richtlinien zur Vergabe von Stadionverboten durch die Fußballvereine. Insbesondere dem Recht der betroffenen Fans auf eine Anhörung muss eine bedeutende Rolle zukommen. Diese sollte unter dem Gesichtspunkt von Transparenz und Nachvollziehbarkeit vor Aussprache von bundesweiten Stadionverboten stattfinden.
Bei allen positiven Veränderungen der Stadionverbotsrichtlinien stellt sich für die Fanprojekte nach wie vor die Frage, inwieweit bundesweite Stadionverbote überhaupt als „erzieherische Maßnahme“ zur positiven Verhaltensbeeinflussung geeignet sind. Vielmehr machen die Fanprojekte die Erfahrung, dass Fans Stadionverbote als Strafe begreifen und die Aussprache eher zu einer Verfestigung von Verhaltensstrukturen beiträgt.


Der Dialog zwischen Fanprojekten und den unterschiedlichen Polizeibereichen muss bei allen vorhandenen Differenzen fortgesetzt werden. Voraussetzung hierfür ist eine gegenseitige Rollenakzeptanz und ein respektvoller Umgang miteinander. Die in der jüngsten Vergangenheit von den Gewerkschaften der Polizei gestarteten unseriösen Kampagnen in Bezug auf Gewalt und Fanverhalten sind diesem Prozess hinderlich und verstärken vor allem bei Jugendlichen das Feindbild Polizei. Abschließend registrieren die Fanprojekte mit Sorge die fehlende Kommunikationsbereitschaft zwischen Fans und Polizei, die ihre Vermittlerrolle zunehmend erschwert.