2. Konferenz zur Gestaltung und Nutzung des Erich-Gottschalk-Platz

Am vergangenen Mittwoch (29.09.) kamen in der Stadtwerke Lounge im Vonovia Ruhrstadion Vertreter*innen verschiedener Kooperationsparter*innen zusammen, die am Projektvorhaben des Erich-Gottschalk-Platz mitwirken. Ziel der 2. Konferenz zur Gestaltung und Nutzung des Erich-Gottschalk-Platz war es, neue Kooperationspartner*innen in bereits bestehende Planungen für eine Einweihungsfeier des Platzes im kommenden Jahr einzubinden und diese gleichzeitig weiter zu forcieren. Zudem bot die Zusammenkunft die Möglichkeit der weiteren Vernetzung verschiedener erinnerungskultureller Akteur*innen im Bochumer Stadtgebiet.


Nach einer Begrüßung durch Dirk Michalowski (Fanbeauftragter VfL Bochum 1848) und einem Resümee bereits durchgeführter Bildungs- und Gedenkstättenfahrten, die vom Fanprojekt Bochum gemeinsam mit der Fanbetreuung des VfL Bochum 1848 angeboten werden, konnten die Teilnehmenden Einblicke in die gegenwärtigen Planungen für ein Kunstwerk erhalten, das den Erich-Gottschalk-Platz ab nächstem Jahr zieren soll und vom Künstler Marcus Kiel erschaffen wird. Gleiches gilt für eine geplante Stele, die Teil des bereits bestehenden Stelenweg „Jüdisches Leben in Bochum und Wattenscheid" der Arbeitsgruppe „Stelenweg“ der Ev. Stadtakademie Bochum sein wird und am Erich-Gottschalk-Platz am unteren Straßensegment der Castroper Straße nahe dem Nordring interessante Hintergrundinformationen bieten wird. Der Ort des Erich-Gottschalk-Platz ist hierbei bewusst gewählt. An jener Stelle befand sich zum Zeitpunkt des Gewinns der Fußballmeisterschaft im Schild-Verbund durch Schild Bochum das Vereinsheim des jüdischen Sportvereins. Durch die Schaffung des Erinnerungsortes wird das Wissen um die fast „vergessenen Meister“ einer breiten Öffentlichkeit verfügbar gemacht und bietet auch auswärtigen Fußballfans, die auf ihrem Weg zum Vonovia Ruhrstadion den Erich-Gottschalk-Platz passieren werden, die Möglichkeit einer Auseinandersetzung mit jüdischem Leben und Sport in Bochum.
Zur Finanzierung des Erich-Gottschalk-Platz als Erinnerungszeichen für den Kapitän der Fußballmeistermannschaft von Schild Bochum aus dem Jahr 1938, rufen alle Projektbeteiligten zu Spenden auf. Für einen Betrag von 100 € können zudem hochwertige und exklusive Stahleditionen erworben werden, auf denen ein Bild der Fußballmannschaft von Hakoah Bochum aus dem Jahr 1928 aufgetragen ist. Die gesamten Einnahmen fließen hierbei in die Finanzierung des Projektvorhabens.
Mit der Einbindung einer Vielzahl von Kooperationspartner*innen sowie Bochumer Bürger*innen soll so gemeinsam ein starkes Zeichen gegen Antisemitismus gesetzt werden. Informationen zur Möglichkeit der Abgabe einer Spende sind zu finden unter: https://www.erich-gottschalk-platz.de/. Eine direkte Spende ist zudem auf ein eingerichtetes Konto der AWO UB Ruhr-Mitte möglich:

IBAN: DE10 4305 0001 0001 3256 12
Verwendungszweck: Fanprojekt / Erich-Gottschalk-Platz

Neben der äußerlichen Gestaltung des Erich-Gottschalk-Platz, der nach seiner Einweihung im kommenden Jahr als authentischer Erinnerung- und Lernort nutzbar gemacht werden soll, konnten auch die Planungen für jene Einweihungsfeier weiter konkretisiert werden. Unter Koordination eines Arbeitskreises werden hierzu in den kommenden Monaten Konzepte ausgearbeitet, die bereits eingebrachte Ideen aufgreifen werden. Abseits der Planungen für die weitere Gestaltung und Nutzung des Erich-Gottschalk-Platz konnten verschiedene Projekte historisch-politischer Bildung und lokaler Erinnerungsarbeit thematisiert werden.
Institutionen, Initiativen und Schulen, die Interesse an einer Mitwirkung am Projekt des Erich-Gottschalk-Platz oder der weiteren Vernetzung erinnerungskultureller Akteur*innenin Bochum haben, können sich unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! mit dem Fanprojekt Bochum als Projektkoordination Kontakt aufnehmen.
Allen Teilnehmenden konnte zudem das Angebot der Projektwochen „Unsere Heimat, unsere Liebe“ vorgestellt werden. Hierbei wird Schulen die Möglichkeit geboten, die Ausstellung „Unsere Heimat, unsere Liebe“, die im vergangenen Jahr von der AG „1938, nur damit es jeder weiß“ und dem Fanprojekt Bochum konzipiert wurde, in ihrer Schule auszustellen. Die Ausstellung wird dabei umrahmt von einem dreitägigen Workshop des Fanprojekt Bochum, der in die Geschichte der Stadt Bochum zur Zeit des Nationalsozialismus einführt und die teilnehmenden Schüler*innen zu Multiplikator*innen ausbildet, sodass diese befähigt werden nach Abschluss des Workshops weitere Mitschüler*innen durch die Ausstellung zu führen. Neben spannenden Einblicken in die Historie der Stadt werden zudem immer wieder Bezüge zu gegenwärtig weiterhin relevanten Themenfeldern wie z.B. Desinformation hergestellt und insbesondere die Übertragbarkeit von diskriminierenden Prozessen der Vergangenheit auf heutige Zeiten thematisiert.
Die Projektwochen können zudem um weiterführende Elemente erweitert werden. In Zusammenarbeit mit dem Projekt „Lernen durch Erinnern“ kann die Konzeptionierung eines eigenen digitalen Rundgangs zu historisch bedeutsamen Orten im Nahbereich der Schule in die Projektwochen integriert werden. Der Verein „Gegen Vergessen! Für Demokratie! e.V.“ bietet zudem die Möglichkeit, Argumentationstrainings mit den Schüler*innen anzubieten. Darüber hinaus können zum Abschluss der Projektwochen die freizeitpädagogischen Module (mobiler Streetsoccercourt, Ballgeschwindigkeitsmessanlage und Torwand) des Stadtwerke Streetsoccer des Fanprojekt Bochum eingebunden werden. Schulen, die Interesse an der Ausstellung „Unsere Heimat, unsere Liebe“ sowie der Durchführung benannter Projektwochen haben, können sich unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! beim Fanprojekt Bochum melden.